Alpentrip 2012

Eigentlich wollten Nico und Stefan mit den beiden Seven alleine in die Alpen fahren. Aber alles kam anders: Los ging‘s am Mittwoch, den 15. August. Nico und Stefan fahren mit ihren Seven in einer ersten Etappe bis nach Breisach am Rhein. Am nächsten Morgen meldet sich Ralf bei den Beiden. Auch er möchte in die Alpen fahren, um mit Heike nach Ihrem Wanderurlaub im Ortlergebiet den Aufenthalt noch um ein paar Tage zu verlängern. Also wurde kurzerhand vereinbart, sich bei Bernd Feistle (bf-Sportwagen) in Villingen zu treffen. Nachdem Nico sich dort für kühlere Tage noch eine Jacke zugelegt hat, ging die Fahrt weiter bis nach Bezau im Bregenzer Wald. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter über das Furkajoch und Bludenz in Richtung Silvretta - Hochalpenstraße. Für 14 € Maut sollte man eigentlich etwas erwarten können! Und wir wurden belohnt! Wenig Verkehr, tolles Wetter, guter Grip und keine Polizei machten die Anfahrt zur Passhöhe zu einem Erlebnis. Ralf war mit seiner Rover Elise zwar leistungsmäßig unterlegen, doch durch die engen Kurven konnte er mit dem zu lang übersetzten Seven von Nico doch einigermaßen mithalten. Über all das konnte Stefan nur lachen. Es gab keine Kurve, in der sich die Reifen des in den Bilstein - Farben lackierten Seven nicht durch heftiges Quietschen gemeldet haben! Abstand halten, quer durch die Kurve und nach 50 m wieder aufgeschlossen! Der neue Duratec - Motor ist der Hammer, Leistung im Überfluss im gesamten Drehzahlbereich. Oben angekommen hat es locker 30 Minuten gedauert, bis bei Stefan das Grinsen langsam wieder aus dem Gesicht verschwand. Bei recht viel Betrieb auf der Passhöhe ging es bald weiter ins Tal nach Galtür zu einer Kaffeepause. Auf dem weiteren Weg zum geplanten Treffpunkt mit Heike in Nauders über Ischgl, Landeck und Pfunds wurde klar, dass noch Zeit für einen Abstecher nach Samnaun / Schweiz war. Viele zollfreie Geschäfte laden zum Einkaufen ein. Doch das einzige, was wirklich billig ist in Samnaun, ist das Benzin. Dafür alleine lohnt sich die lange Anfahrt natürlich nicht, aber der Weg ist das Ziel. Die Anfahrt von der Katejansbrücke ist schon atemberaubend schön und wird nach dem Tanken von der Talfahrt in Richtung Unterengadin noch getoppt. Vorbei an den mürrischen Zöllnern in Martina ging es über die Norbertshöhe hinauf nach Nauders. Stefans Grinsen war sogar im Rückspiegel zu erkennen!

In Nauders eine Unterkunft zu finden, war gar nicht so einfach, denn in Italien waren die Sommerferien noch nicht vorbei! Im Hotel Via Claudia im Zentrum von Nauders wurden wir fündig. Und da Andreas wusste, dass wir in den Alpen unterwegs waren, meldete er sich kurz telefonisch. Er wollte wissen, wo wir uns aufhalten, denn auch er hatte Urlaub. Und am Samstag, den 18. August, kamen Rita und Andreas mit der Elise CR dazu. Da zwischenzeitlich auch Heike und Verstärkung (Christel und Gerd) dazukamen, waren wir nun mit 8 Personen und 4 Lotus im Hotel untergebracht. Der nächste Tag führte uns wieder vorbei an den grimmigen Zöllnern in Martina ins Unterengadin, wo wir uns den Ort Ardez, ein rund 400 Jahre altes, typisches Engadiner Dorf mit seinen mit Malereien verzierten Häusern angesehen haben. Weiter ging es über den gut ausgebauten Fluelapass und Davos in Richtung Albulapass. Hier waren die beiden Elisen aufgrund der bescheidenen Straßenqualität den Seven doch etwas voraus. Stefans Grinsen verschwand nach und nach immer mehr. Und Nico dachte auf der Passhöhe darüber nach, das nächste Mal doch lieber seine Elise 111R mitzunehmen. Doch in St. Moritz war alles wieder vergessen. Nach einer Ehrenrunde durch St. Moritz und einer kleinen Stärkung wollte Stefans Duratec - Motor nicht mehr anspringen, die Batterie war leer. Nach abenteuerlichen Überbrückungsversuchen wurde der Bilstein - Seven durch Muskelkraft wieder zum Laufen bewegt und die Fahrt ging wieder zurück in Richtung Österreich durch das Oberengadin. Doch in Zwerenz teilte sich die Gruppe ungewollt. Die Seven fuhren vorbei an der Abfahrt zum Ofenpass wieder in Richtung der lustlosen Zöllner nach Nauders, die Elisen nahmen den vereinbarten Weg über den Ofenpass und das Val Müstair. Durch den schönen Ort Glurns im Vinschgau ging es weiter über den Reschenpass nach Nauders, wo wir Nico und Stefan wieder trafen. Später fuhren die beiden Seven mit Christel und Gerd noch eine kleine Runde. Der anfängliche Respekt der Beiden vor der Leistung der Seven wich einem breiten Lächeln bei der Ankunft.

Der nächste Tag, Montag 20.8., sollte der Fitness gewidmet werden. Nur Nico und Stefan entscheiden sich für den Kaunertaler Gletscher und die mehrfache Berg- und Talfahrt nach Samnaun, immer vorbei an den griesgrämigen Zöllnern. Der Rest führte eine Wanderung im Bereich des Dreiländereckes durch. Nach ca. 700 Höhenmetern zeigt sich, dass auch Lotusfahrerinnen und -fahrer den Gaumenfreuden in Form von Kaiserschmarrn und Germknödel nicht widerstehen können, ebenso wenig wie dem Weizenbier. Im Hotel angekommen, ist von den beiden Sevenfahrern nichts zu sehen. Erst spät abends kommen sie zurück. Stefan hat wieder ein Grinsen im Gesicht, die Welt ist wieder in Ordnung. Nachdem wir uns gestärkt haben, muss Nico wegen eines heftigen Versprechers eine Schnapsrunde zahlen. Am Dienstagmorgen reisen die beiden Seven ab, es soll in 2 Tagesetappen wieder zurück in die Heimat gehen. Geplant ist eine Übernachtung in Furtwangen im Schwarzwald. Die Unterkunft kennen wir seit unseren frühen Motorradjahren. Rita, Heike, Andreas und Ralf fahren derweil mit den Elisen über die Pillerhöhe ins Ötztal, um vor dort über den Kühtai - Sattel in Richtung Innsbruck zu fahren. In Ötz, auch dort kennen wir bereits seit langem ein Kaffee am Straßenrand, wollen wir eine Pause einlegen. Doch womit wir nicht gerechnet haben, auch Nico und Stefan sind da! Mindestens 50 km Umweg nehmen die Beiden in Kauf, um hier zu sitzen. Und sie wollen nicht sagen, warum sie hier sitzen! Das muss noch erforscht werden! Ob die beiden jemand treffen wollen? Stefan grinst, obwohl keine Kurven in der Nähe sind. Das sollen wir verstehen? Später fahren die beiden über das Hahntennjoch in den Schwarzwald, bevor es am Mittwoch, den 22.8 wieder nach Hause geht - die Arbeit ruft. Am Mittwochmorgen brechen dann auch die beiden anderen Lotus mit Heike, Rita, Andreas und Ralf auf in Richtung Heimat. Kurz hinter Landeck muss dann zum ersten und einzigen Mal das Verdeck wegen eines Gewitters montiert werden. Nach einer Stunde ist das Verdeck wieder trocken und kann erneut verstaut werden. Nach geruhsamer Fahrt und viel Verkehr in der Bodenseeregion wurde im zentralen Schwarzwald übernachtet, bevor die letzte Etappe in Angriff genommen wurde. Die Strecke von Schapbach über Bad Peterstal bis zum (alten) Hotel Alexanderschanze war an diesem Tag wie gemacht für die Elisen! Mann, hat das Spaß gemacht! Weiter über die B 500, Achern, Wissemburg an der deutschen Grenze ging es weiter bis nach Hauenstein, wo sich die Wege trennten.

Vorher wurde jedoch noch vereinbart, dass im nächsten Jahr ein Ausflug der Lotus - Buwen Saarland in größerer Runde in die Alpen geplant werden soll. Erwähnenswert bleibt noch, dass auf der gesamten Tour innerhalb von 8 Tagen und ca. 2000 km bis auf 1 Stunde nur die Sonne schien. Schöner kann Cabrio - Fahren nicht sein. Jetzt bleibt nur noch offen, ob der Blitzer im Schwarzwald richtig ausgelöst hat....

Text: Ralf

Bild: Heike / Rita / Andreas / Nico / Ralf